Vielen Dank für das PolitCamp 2009 in Berlin!

Wenn man aus Veranstaltersicht versucht ein Fazit zu ziehen, dann kann das nicht ganz objektiv sein. Zu tief sind die eigenen Eindrücke und zu groß nach wie vor die Anspannung. Selbstverständlich neigt man auch dazu, sich ein bisschen selbst auf die Schultern zu klopfen. Wir versuchen es aber trotzdem!

Rund 100 Tage vor dem Politcamp09 hatten wir die Idee, ein Barcamp zum Thema politische Kommunikation im Internet, Web2.0 im Wahlkampf und ePartizipation zu machen. Zu fast jedem Thema fand bereits ein Camp statt. Im Superwahljahr 2009 liegt es nahe, auch dieses Thema endlich mal in das Barcamp-Format zu gießen.

Nach der ersten Ankündigung wurde schnell klar, dass der Zuspruch groß ist und die Suche nach einer passenden Location wurde aufgrund des Andrangs immer schwieriger. Aber mit dem RADIALSYSTEM V haben wir sicherlich den geeigneten Rahmen gefunden. Ein altes Pumpenwerk mit einem neuen Anbau, die Verbindung von alt&neu passte wie die Faust aufs Auge zu unserem Thema. Die positive Resonanz auf die Location und die fabelhafte Unterstützung des gesamten Teams vom RADIALSYSTEM V zeigt, dass die Entscheidung hierfür richtig war. Das gesamte Orga-Team sagt explizit DANKE an die Geschäftsleitung und die Mitarbeiter vom RADIALSYSTEM V.

Schwieriger war die Suche nach der notwendigen finanziellen Unterstützung. In Zeiten der Wirtschaftskrise eine Veranstaltung, die explizit nicht-kommerziell sein soll und mit politischen Inhalten gefüllt ist, finanziert zu bekommen ist kein leichtes Unterfangen. Nicht alle Pläne konnten daher erfüllt werden. Klar hätten wir auch gerne die ganze Zeit Freigetränke sowie Kaffee und Kuchen angeboten. Aber das war bei dem knappen Budget einfach nicht mehr realisierbar. Den Sponsoren und Medienpartnern, die das Risiko trotzdem eingegangen sind, gebührt unser Dank. Falls jemand hungrig nach Hause gefahren ist, tut es uns leid.

Ähnlich sieht es mit der Internetversorgung aus. Eine Veranstaltung mit 600 Teilnehmern flächendeckend mit stabilem WLAN zu versorgen ist kein leichtes Unterfangen. Vor allem wenn man erfährt, dass maximal 3MBit-Leitungen gelegt werden können. Sorry, wenn es hier und da mal gewackelt hat. Zum Glück hat das Live-Streaming die gesamte Veranstaltung über gut geklappt. Das Team von make.tv und Internetrepublik Deutschland hat tolle Arbeit geleistet und die Tweets an der Twitterwall haben gezeigt, dass uns viele vom heimischen Bildschirm aus verfolgt haben. Insgesamt wurden über 7.000 Tweets während des Wochenende verschickt.

Den entscheidenden Beitrag zum Gelingen des Politcamp09 haben aber die Teilnehmerinnen und Teilnehmer geliefert. Wir hatten an beiden Tagen fast 500 Leute auf dem Camp. Aus ganz Deutschland und sogar aus Österreich sind die Teilnehmer gekommen. In rund 40 Sessions gab es ein breites Spektrum an Themen, die in der Regel sehr ernsthaft, mitunter heiß, manchmal humorvoll und selten bissig diskutiert wurden. Wir wollen keine Session besonders hervorheben. Macht es gerne in den Kommentaren. Falls das ein oder andere Thema gefehlt hat… hey, das ist ein Barcamp, selber machen ist die Devise! Die Sessions aus der Halle können aus dem Video-Archiv abgerufen werden. Wir werden versuchen, möglichst viele der anderen Sessions hier noch zu dokumentieren.

Schwieriger war es, etablierte Politiker aus dem Parteienapparat für dieses Format zu gewinnen. Wir fanden es auch schade, dass sich niemand der Entscheidungsträger der notwendigen Diskussion um die Netzsperren gestellt hat. Umso erfreulicher, dass Kajo Wasserhövel (SPD) und sein CDU-Kollege Stefan Hennewig signalisierten, dass es eine weitere Diskussion zu diesem Thema geben wird.

Die anwesenden Politiker, waren begeistert von der Atmosphäre und werden die Botschaft des Politcamps weitertragen. Und das ist es, wenn wir meinen, dass das Politcamp nicht zu Ende ist. Die Diskussionen gehen auf Twitter und in den Weblogs weiter. Verlinkt gerne auf diesen Beitrag. Die Presse wird sicherlich auch noch den einen oder anderen Beitrag bringen. Auch das versuchen wir zu dokumentieren.

Auch wenn nicht jede Aktion hilfreich war. Das Politcamp09 hat gezeigt, dass es möglich ist, gemeinsam über Partei- und Interessensgrenzen hinweg über (Netz-)Politik und Beteiligung, über die Veränderung demokratischer Prozesse durch das Internet und über die Meinungsbildung im und durch das Internet einen Austausch hinzubekommen. Zwei Tage in Berlin können nicht die Welt verändern, aber sie lieferten Denkanstösse. Wenn Politiker das Internet  nicht nur als virtuellen Infostand verstehen, sondern als Dialogmedium, dann sind wir auf dem richtigen Weg.

Da wir mit dem Politcamp09 erst einen kleinen Schritt auf diesem Weg gegangen sind und Dinge erst ins Laufen geraten, wenn weitere Schritte folgen, wird es ein weiteres Politcamp geben. Nicht mehr dieses Jahr. Aber Anfang 2010 irgendwo im Westen unserer Republik. NRW liegt auf der Hand, da dort nächstes Jahr Landtagswahlen sind. Die NRW-Landtagswahl ist immer eine kleine Bundestagswahl und hat in der Vergangenheit durchaus das ein oder andere Mal die politische Landschaft ins Rutschen gebracht. Bis dahin kann man auch die Netzaktivitäten aus dem Bundestagswahlkampf bewerten. Und wer weiß, vielleicht haben wir dann eine Session ähnlich wie die zum Hessen-Wahlkampf diesmal nur über die Bundestagswahl. Wir versuchen die Schwächen des Politcamp Version 0.9 beseitigen und bringen dann im nächsten Jahr die Version 1.0 raus.

Nach dem Politcamp ist vor dem Politcamp. In diesem Sinne: Man sieht sich auf dem Politcamp10!

Die Sessionplanung am heutigen Sonntag ist inzwischen abgeschlossen und damit man auch online den Sessionplan für heute findet, verweise ich nur schnell auf diese Seite, wo ich eine HTML- und eine PDF-Fassung des Programmes online gestellt habe.

Die Sessionplanung am heutigen Samstag ist inzwischen abgeschlossen und damit man auch online den Sessionplan für heute findet, verweise ich nur schnell auf diese Seite, wo ich eine HTML- und eine PDF-Fassung des Programmes online gestellt habe.

Ab 20:30 Uhr – gibt es die Twitter-Lesung im Live-Stream.

Die Live-Streams vom PolitCamp09 gibt es dank der Internetrepublik und make.tv auch pünktlich zum morgigen Start des PolitCamp09 direkt hier auf der Seite.

Heute geht es los. Ab 19 Uhr mit dem Warm-Up BBQ und der politischen Twitterlesung.

Besonders grossartig: Aktuell haben wir mehr als 600 Teilnehmer (Aktuell 617) und das ist mehr als doppelt so viel wie wir eigentlich am Anfang der Planungen gedacht haben. Wer noch kein Ticket hat, kann sich noch schnell eins sichern, aber ansonsten sind auch noch wenige Resttickets direkt vor Ort zu bekommen. Ein spontanes Vorbeischauen lohnt sich auf jeden Fall!

Ein Hinweis: Die Mails an kontakt@politcamp09.de werden nur noch sporadisch abgerufen. Am besten direkt anrufen, wenn irgendwas dringendes ist: 0176/ 64 33 23 14

location02Die Wettervorhersagen sehen gut aus. Es wird warm und trocken und damit haben wir sehr gute Bedingungen, um das Warm-Up BBQ direkt auf der Spreeterasse des RADIALSYSTEM V geniessen zu können. Das BBQ selbst startet ab 19 Uhr und um 20.30 Uhr steigt dann die erste politische Twitterlesung im grossen Saal.

Die Teilnahme am BBQ und der Twitterlesung ist unabhängig vom PolitCamp09 und damit auch kostenlos. Eine Anmeldung wäre super, ist aber auch nicht zwingend erforderlich.

Die Preise für das Essen:
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In drei Tagen trifft sich im Berliner RADIALSYSTEM V die deutsche Politik- und Internetszene. Als wir vor vier Monaten die Idee dazu hatten und die Veranstaltung das erste Mal öffentlich angekündigt haben, hätten wir nie gedacht, dass wir am Ende bei 600 Teilnehmern landen. Nun gut, ein paar fehlen noch (derzeit 590). Aber diese Marke wird bestimmt auch noch geknackt.

Auch wenn Nicole Simon fragt, wen Politik 2.0 überhaupt interessiert, zeigt ein Blick auf die Teilnehmerliste und die große Anzahl angemeldeter Journalisten aus Print, Funk und Fernsehen, dass es einen großen Diskussionsbedarf gibt. Spätestens seit Barack Obama den Wahlkämpfern auf der ganzen Welt gezeigt hat wie man das Internet erfolgreich einsetzt, wollen nun alle wissen, wie man es denn richtig macht. Hierzu wird es viele Erfahrungsberichte von Wahlkampfpraktikern aus Agenturen und der wahlkämpfenden Politiker geben. Darüber hinaus ist das Politcamp09 aber auch ein Trendbarometer, da hier auch die neuesten Plattformen im Internet vorgestellt werden.

Aber das Politcamp wäre kein echtes Barcamp, wenn es am Ende nur um Werbung und Wahlkampf im Internet ginge. Die Vielzahl an vorgeschlagenen Themen zeigt, dass die Spannbreite groß ist. Und es geht eben auch um Partizipation, Bürgerengagement und aktuelle Themen die über den Wahltag hinaus aktuell bleiben. Dabei werden auch heiße Eisen angepackt, wie die von der Bundesregierung derzeit mit Hochdruck betriebene Einführung von Netzsperren zur Verhinderung des Aufrufs von Internetseiten mit kinderpornografischen Inhalten. Dieses Thema ist in Expertenkreisen höchst umstritten. Während die einen ihre Wirksamkeit bezweifeln, da die Netzsperren leicht zu umgehen sind, befürchten viele den Einstieg in eine Zensur des Internets.

Neben den Vorträgen wird es genug Raum zum Kennenlernen und Networken geben. Das RADIALSYSTEM V bietet viel Platz, um auch mal in kleinerer Runde zu reden. Das Rahmenprogramm am Vorabend mit dem Barbeque und der Twitterlesung und vor allem die von wahl.de veranstaltete Party am Sonnabend bieten weitere Möglichkeiten die Teilnehmer noch besser kennenzulernen.

Wir wünschen allen Teilnehmern viel Spaß auf dem Politcamp09 und freuen uns auf spannende Sessions. Bedanken möchten wir uns schon jetzt bei den Sponsoren und den zahlreichen Helferinnen und Helfern. Ohne Euch wäre das Politcamp so nicht möglich!

Als Trostpflaster für die Daheimgebliebenen wird make.tv die Sessions streamen. Über Twitter lassen sich wie immer die Stimmen von vor Ort direkt einfangen (Hashtag #pc09) und am Ende wird es auch wenn möglich eine Dokumentation der Sessions geben.

logoNetzpolitik.org ist Medienpartner des Politcamp , das am kommenden Wochenende in Berlin stattfindet. In diesem Zusammenhang organisiert das Team von Netzpolitik.org u.a eine Gesprächsrunde zu den Internet-Sperren:
Internet-Sperren:

Zensur oder notwendige Regulierung? Die von der Bundesregierung derzeit mit Hochdruck betriebene Einführung von Netzsperren ist heftig umstritten. Während die große Koalition es als notwengien Teil einer Gesamtstrategie ansieht, befürchten Netzaktivisten den Aufbau einer Zensurinfrastruktur – eine vermittelnde Kommunikation findet nicht statt. Die Podiumsdiskussion soll verschiedene Aspekte beleuchten und einen Einstieg in ein weniger aufgeregtes Gespräch über die Seiten hinweg darstellen.
Teilnehmer: Alvar Freude , Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur (AK Zensur) ; Christian Müller , Vorstand der STRATO Rechenzentrum AG; verschiedene Politiker (angefragt). Moderation: Ralf Bendrath, Netzpolitik.org .

Bitte markiert im Wiki, wenn ihr Interesse an dieser Session (und natürlich auch den anderen) habt, das erleichtert die Raumplanung.

maketvDie Inhalte und Diskussionen des Politcamps 2009 haben eine Relevanz, die weit über die Veranstaltung selbst hinausgeht. Um dieser Bedeutung Rechnung zu tragen wird die Internetrepublik zusammen mit make.tv einen Live-Stream einrichten. Make.tv als Dienstleister für die Produktion und internetrepublikÜbertragung von interaktiven Livesendungen im Internet ermöglicht dabei die Echtzeit-Übertragung der wichtigsten Sessions im, sowie das nachträgliche Abrufen für Interessierte auf der ganzen Welt. Darüber hinaus wird die Internetrepublik, als Internet-Think-Tank an der Schnittstelle zwischen Medien, Wirtschaft und Politik Interviews mit den Protagonisten des PolitCamps führen sowie die Hintergründe und Ergebnisse der Sessions darstellen.

Das Politcamp09 bei make.tv

logoEs ist noch genau eine Woche bis zum Warm-up BBQ des PolitCamp09 und so langsam wird das Orga-Team richtig belastet, denn nicht nur die Fragen der Teilnehmer werden mehr, auch von der Presse kommen mehr und mehr Anfragen. Wir haben inzwischen mehr als 20 angemeldete Journalisten (Welt, Focus, Spiegel, Cicero, Der Freitag, DPA etc etc) und auch die Interviewanfragen werden mehr.

Ganz wichtig: Es sind zum aktuellen Zeitpunkt noch ungefähr 100 Tickets verfügbar. Für alle Spätentscheider heisst es also langsam eine Entscheidung zu treffen und sich noch ein Ticket zu sichern!

Eine gute Nachricht zum Thema Internet: Wir werden hoffentlich eine ausreichende Wlan- / DSL-Versorgung haben. Allerdings sind 600-700 Teilnehmer eine Menge und wer einen UMTS-Stick zur Verfügung hat, sollte diesen auch mitnehmen. Wir hoffen mit unserem kleinen Budget (nein, wir stecken kein Geld im Wert von einem Kleinwagen ins Wlan) eine solide Lösung gefunden zu haben.

Eine schlechte Nachricht gibt es leider auch: Volker Beck (MdB, Grüne) musste heute leider aus einem persönlichen Grund absagen. Mir (Valentin) ist der Grund bekannt und niemand ist ihm böse.