Von allen Parteien, die in diesem Jahr in den Bundestagswahlkampf ziehen, sind es wohl die Grünen, die die größten Hoffnungen auf das Internet setzen: Fast 90 Prozent ihrer Anhänger sollen im Netzunterwegs sein, in den sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook sind Grüne überproportional stark vertreten.
Wie wollen die Grünen im Netz Wähler erreichen, Unterstützer mobilisieren und Spenden sammeln? Darüber kann Robert Heinrich aus der grünen Wahlkampfzentrale Auskunft geben. Heinrich ist seit Anfang 2007 Leiter der Öffentlichkeitsarbeit und für den Onlinewahlkampf zuständig. Von 2003 bis 2007 leitete der studierte Politikwissenschaftler das Büro der politischen Geschäftsführerin und Wahlkampfleiterin Steffi Lemke.
In einer repräsentativen Demokratie wie unserer muss sich jeder Politiker und jede Partei wo immer es geht dem Bürger öffnen. Sie sind die gewählten Repräsentanten, sie sollten aktiv Meinungen einholen, bevor sie im Bundestag abstimmen. Sie sollten sich aber auch nach jeder Entscheidung gegenüber ihren Wählern rechtfertigen können. Plattformen, die die Entscheidungen einzelner Abgeordneter im Bundes- oder Landtag transparent machen gibt es. Plattformen, die die Kommunikation zwischen Bürgern und Politikern stiften gibt es auch, aber wo sind die jenseits des Wahlkampfs von Politikern initiierten Mitmach- und Kommunikationsangebote – außer Foren auf den Parteiwebseiten oder seltene Auftritte in moderierten Chats?
Für mich ist in diesem Zusammenhang das Internet von zentraler Bedeutung. Hier kann many2one Kommunikation realisiert werden.
Nicht nur für viele Bürger scheinen sich die Errungenschaften der Demokratie auf das Wählen seiner Repräsentanten zu reduzieren. Es gibt jedoch bei aller Politikverdrossenheit einen riesigen Beteiligungsbedarf außerhalb der parteilichen Organisationen.
Ich erwarte vom politcamp09 einen Austausch mit den Repräsentanten unserer Demokratie darüber wie sie sich selbst dem diskursiven Prozess stellen wollen. Wer das nicht will, der sollte nicht gewählt werden. Mir ist auch wichtig, dass es nicht nur das politcamp09 sondern auch ein politcamp10 geben muss, dann, wenn nicht gewählt wird, dann wenn die Bürger keine Wahl mehr haben.
Das Superwahljahr 2009 bestimmt das politische Denken und Handeln in diesem Jahr. Unter dem Eindruck von Obama und nicht zuletzt auch dem Wahlkampf in Hessen setzt damit das politcamp09 den richtigen Fokus: Was erwartet uns im politischen Netz im Jahr 2009? Damit leistet das politcamp09 einen wichtigen Beitrag, da immer noch nicht klar ist, was eigentlich vom Obama Wahlkampf übrig bleibt, wenn wir uns im deutschsprachigen Netz bewegen. Die “Machtressource Internet” stößt allzu oft noch auf Vorbehalte, Befürchtungen eines Kontrollverlustes in der Kommunikation halten viele Politiker noch vom Online-Dialog ab.
Weiterlesen
Eben kam per E-Mail die Anfrage rein, ob es denn Tickets speziell für Blogger gibt. Nein, die gibt es nicht.
Die ersten 100 Tickets gingen zum Frühbucher-Tarif für 10 Euro weg. Bei dem Ansturm gab es kurz die Überlegung, ob wir nicht den Preis für den Normaltarif hochsetzen, denn die Kosten bei mehrere Hundert Teilnehmern sind mit 20 Euro je Ticket lange nicht gedeckt – vermutlich nicht mal zur Häfte. Wir haben uns aber schnell dagegen entschieden und bleiben bei den 20 Euro pro Ticket. Ich denke bei den Gästen und der Vielzahl der Teilnehmer ist der Preis auch für Blogger vertretbar und ausserdem – wie will man das trennen? Extra Preise für Politiker einrichten? Die Mehrzahl der anwesenden “Politiker” werden nicht die hoch bezahlten sein, sondern diejenigen die es in ihrer Freizeit betreiben. Neben Beruf und Familie.
Volker Beck ist erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Mitglied im Parteirat der Grünen und menschenrechtspolitischer Sprecher der Fraktion. Volker Beck ist aber zudem der aktivste Twitterer (@Volker_Beck) unter den grünen Spitzenpolitikern und auch sein Facebookprofil zeigt jeden Tag Aktivität. Er wird über seine persönlichen Erfahrungen bei der Nutzung von Social Media im Politikkontext berichten und skizzieren, welches Potential er in dieser neuen Form der politischen Kommunikation sieht.
Bildnachweis: Stefan Kaminski
Innerhalb von nicht einmal sechs Tagen sind alle der 100 Frühbucher-Tickets verkauft. Damit wird sehr deutlich wie gross das Interesse an einem Politcamp09 ist. Neben den zahlreichen Teilnehmern aus dem Web 2.0 und aus allen Parteien sind auch schon einige hochkarätige Gäste angekündigt.
Die Suche nach einer Location ist bereits angelaufen und es wurden auch schon Gespräche mit potentiellen Sponsoren geführt. Wir sind also auf einem guten Wege das Politcamp09 zu einer interessanten und grossartigen (Un-)Konferenz werden zu lassen.
Die Tickets zum Normaltarif können ab jetzt bestellt werden: Zum Ticketshop
Als einer der ersten Teilnehmer hat sich Kajo Wasserhövel für das Politcamp09 angemeldet. Er ist der Bundesgeschäftsführer der SPD und somit liegt die Leitung des Bundestagswahlkampfes praktisch in seiner Hand. Es wird sicherlich spannend sein mit ihm über den Online-Wahlkampf und die künftige politische Kommunikation im Internet zu diskutieren.
Von Kajo Wasserhövel abgesehen gibt es aber schon jetzt einige Zusagen aus allen Parteien.
Zwei Hinweise:
1. Die Frühbucher-Tickets zu je 10 Euro sind nach nur drei Tagen schon fast zur Hälfte vergriffen. Danach gibt es dann nur noch Tickets für je 20 Euro. Sichert Euch also am besten noch eins der günstigen Tickets.
2. Bei Facebook gibt es das Politcamp09 natürlich auch.
Bildquelle: Mit grossem Dank an HCP-Foto!





















